Der Preis

Worum geht es bei diesem Preis? "Dass die Staatsgewalt vom Volke ausgeht, muss heißen, dass alle Gründe der politischen Führung sich den Gegengründen der Bürger zu stellen haben", hat Ralf Dahrendorf der Soziologe und politische Denker bei der Verleihung des Theodor-Heuss-Preises 1968 formuliert. "Alle politischen Entwürfe sind der verbindlichen Kritik der Bürger unterworfen."

Dieser Kontrolle durch die Bürger aber versuchen sich Politik und Verwaltung immer wieder zu entziehen. So werden wichtige Entscheidungen in nichtöffentlichen Sitzungen gefällt oder gleich an Experten oder in Firmen mit kommunaler Beteiligung ausgelagert, die sich öffentlicher Kontrolle weitgehend entziehen.

Dies erschwert oder verhindert die verbindliche Kritik der Mächtigen im Sinne Dahrendorfs, denn die erfordert das Wissen um die Verhältnisse. Deshalb braucht es kritische und engagierte Journalisten, die diese Informationen beschaffen, einordnen und bewerten, die sich für möglichst viel Öffentlichkeit und Transparenz einsetzen und so mithelfen, die Demokratie vor Ort zu sichern und zu verteidigen. Denn Demokratie wächst im Lokalen.

Guter Lokaljournalismus aber entsteht nicht von selbst. Er muss gefördert werden. Dazu will der Ralf-Dahrendorf-Preis einen Beitrag leisten. Prämiert werden hier Beiträge, die in vorbildlicher Weise erklären, wie Demokratie auf lokaler Ebene funktioniert und wie sie sich entwickelt.

Gestiftet wurde der Preis von den Verlegern der Badischen Zeitung, Dr. Christian Hodeige und Wolfgang Poppen. Ralf Dahrendorf war bis zu seinem Tode Berater der Badischen Zeitung und dem Herausgeber Dr. Christian Hodeige über lange Jahre freundschaftlich verbunden. Schirmherrin des Preises ist die Witwe des Sozialwissenschaftlers, Christiane Dahrendorf.

Der Dahrendorf-Preis wird alle zwei Jahre verliehen. Zur Teilnahme aufgerufen sind Journalisten von Print- und Online-Medien. Das nächste Mal wird der Preis 2019 ausgeschrieben.

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